Brauchen Vielbegabte Strukturen und Routinen?

Brauchen Vielbegabte Strukturen und Routinen?

In den letzten Wochen ist es wohl jedem von uns schmerzlich oder freudig bewusst geworden: Routinen und Strukturen bestimmen unseren Alltag. Manche sind hilfreich und fördernd, während andere wiederum einschränken, ermüden oder sogar lähmen.

Und jetzt fallen die Routinen und Strukturen plötzlich weg. Was passiert dann und was macht das mit dir?

Als Scannerpersönlichkeit ist das Thema Strukturen und Routinen schon mein ganzes Leben eine On-Off Beziehung. Die Anziehungskraft ist groß, aber nach einer Weile gehen wir uns doch ganz schön auf die Nerven.

Einer meiner Spezialitäten ist schließlich, dass ich mir nicht sagen lasse, was ich zu tun und zu lassen habe. Auch nicht von mir selbst!
Doch wir wachsen auf, als ob Strukturen und Routinen der Heilige Gral der Erfolgreichen sei. Und es wird auch online täglich irgendwo angepriesen. Also gehe ich diese Liaison von Zeit zu Zeit mal wieder ein.

Aber um ehrlich zu sein bin ich ein ganz schöner Impuls-Mensch und lebe gern nach meiner Intuition. Und das ist auch gut so, wenn ich das für mich selbst erkannt habe. Denn dann können neue Routinen und Strukturen entstehen – Strukturen, die ich mir selbst erschaffe, die mir entsprechen und mich in meiner Persönlichkeit fördern.

Die Antwort auf die Frage ob wir Strukturen und Routinen brauchen lautet also: ja!

Aber nicht irgendwelche. Vor allem nicht welche von anderen Leuten. Auferlegte Strukturen, zugehörig zu anderen Personen und Persönlichkeiten brauchst du nicht. Dabei läufst du außerdem Gefahr dich in einem negativen Glaubenssatz zu verlieren.

Das Nichteinhalten von Routinen und Strukturen ist keine Schwäche! Nein, dir fehlt keine Disziplin und nein, deinem Schweinehund geht’s prima in seiner Ecke.

(Haben wir überhaupt einen Schweinehund? Ich glaube nämlich daran, dass wir Scanner und Vielbegabten keine äußere Motivation brauchen. Gerade Scanner strotzen innerlich von Motivation – die locker für 2 bis 3 Leben an Produktivität reicht. Wenn dann mal der Schweinehund kommt, dann nur um dir zu sagen, dass du nicht das richtige tust 😉)

Jeden Tag um 7 Uhr aufstehen, 8 Uhr Kind zur Schule, 9 Uhr Yoga, 10 Uhr duschen, dann Tee und Arbeit und kaloriengezähltes Mittagessen …
Hach, das klingt so gesund, diszipliniert und produktiv!
Das kommt dann auch mal vor. EINmal. Aber jeden Tag?
Eh eh. Danke, aber nein danke.
Das mit dem jeden Tag aufstehen ist mir schon genug an Wiederholung.

Ich halte meinen Alltag lieber frei und handle intuitiv.
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Photo by Mohamed Nohassi on Unsplash

Dank dem ‚Social Distancing‘ ist dies nun auch zu 100% möglich. Die fehlenden sozialen und institutionellen Verpflichtungen lassen mich mein Yogapants-Lifestyle nun 24/7 genießen.
Alle äußeren Strukturen und Routinen fallen weg – und wir überleben trotzdem.


Aber welche Strukturen und Routinen brauchen wir dann?

Das lässt sich mal wieder nur von dir selbst beantworten, denn nur du weißt, wer du bist, wie du tickst und was du brauchst. Und wenn du hochsensibel und vielbegabt bist, ist dies auch noch besonders persönlich und wertvoll.

Denke noch einmal an die verschiedenen Scanner-Typen.
Auch wenn wir alle ein bisschen gleich sind, so hat doch jeder seine ganz eigenen Nuancen.

Meine Strukturen sehen im Groben etwa so aus:

Ich weiß genau, was ich am Tag brauche und tun darf um mich produktiv und erfüllt zu fühlen.
Dazu gehört das Schreiben, am meinem Business arbeiten, mit Menschen in Kontakt kommen, Zeit für meine Tochter haben, mit dem Hund spazieren gehen und einfach ruhige Momente genießen.
Manchmal gehört zu dem Tag auch etwas Yoga, Reiki, basteln und malen, kochen und backen … eben alles was mein Scanner Herz so gerne macht.

Ich weiß außerdem zu welchen Tageszeiten ich was am liebsten und am besten kann.
So fällt die Produktivität bei mir immer in den Morgen, Vormittag und Mittag. Abends möchte ich Ruhe und Entspannung.

Meine Routine ist also in ‘Gleitzeit’. Egal, wann ich aufstehe und ob ich mal 2-3 andere Aktivitäten einschiebe oder ersetze, folge ich also einem Schema, das meinem Rhythmus entspricht.
Wichtig für mich ist, nicht jeden Tag dasselbe zu machen. Und da baue ich mir meine Struktur herum.

Wenn ich mir vorstelle, dass alles im Vorhinein festzulegen vergeht mir gleich der ganze Spaß.
Ich würde es sowieso nicht einhalten und mich am Ende nur schlecht fühlen. Und dieses schlecht fühlen macht den Rest dann auch noch kaputt. Nach 28 Jahren Scanner-Dasein habe ich das für mich herausfinden können. Und ich wette, du kennst das auch.

Hör auf dich und fang nichts an, von dem du eigentlich weißt, dass du es nicht durchziehst. Nur weil dir irgendwer erzählt hat, du brauchst das oder ansonsten hättest du keine Disziplin.

Vertraue darauf, dass du selbst weißt, was du brauchst. Dein ‘Körper – Geist – und Seele’ ist ein Wunderorganismus, der sich selbst erschaffen hat und erhalten wird, wenn er tun kann wozu er bestimmt ist.
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Photo by Mohamed Nohassi on Unsplash

Was passiert aber, wenn ich garkeinen Strukturen oder Routinen mehr folge?

Nichts. Ja ganz genau, es passiert erst einmal nichts.

Und, macht dir das Angst? Ein ganz kleines bisschen vielleicht.
Mir hat es Angst gemacht: «Oh nein, was ist, wenn ich plötzlich nur noch rumhänge und gar nichts mehr auf die Reihe bekomme?»

Das ist dann auch tatsächlich passiert.
Ich habe so viel unproduktive Zeit bereits hinter mir. Und ich habe es überlebt!

Es passiert also nichts. Du darfst loslassen.

Und dann, findest du diesen einen Punkt in dir. Diesen Funken, der wieder alles entzündet und DAS ist deine Motivation für all das, was du gerne tun möchtest – außerhalb von Strukturen und Routinen, die für andere geschaffen wurden – aber nicht für dich. Und du darfst endlich frei sein.

Wenn du deinem Wunderorganismus vertraust, dann entwickelst du von ganz allein Strukturen, die dich und deinen Schweinehund in Windeseile zum Next Level transportieren.

Lass dich nicht beschweren, von den Erwartungen und Verpflichtungen im Außen.

Du weiß eigentlich noch gar nicht so genau, was dich erfüllt und was dein Rhythmus sein könnte?
Mache diese praktische Übung aus meinem E-Book Selbstfindung:

Erstelle dir ein Diagramm für deinen Alltag.

Dafür teilst du dir zwei Kreise (also ein Kuchendiagramm) in deine Lebensbereiche ein.
Den ersten für deine heutige Version: Womit verbringst du deinen Tag? Trage alles ein wofür du Energie und Zeit aufwendest, und zwar auch in der Größe deiner Investition

(z.B.  60 % Arbeit, 20 % Familie, 5 % Yoga, 5 % Meditation oder Lesen, 5 % kreativ sein etc.)

Und dann teilst du dir deinen zweiten Kuchen so ein, wie du es gerne hättest, welche Themen und Bereiche in deinen Alltag passen sollen und mit wie viel Zeit und Energie du sie versehen möchtest.

(Zeit zum träumen, Platz für Wünsche und Visionen! Alles kann, nichts muss!)

Schaue dir den Unterschied genau an und frage dich wie du dorthin kommen kannst. Welchen kleinen Schritt kannst du machen um ein paar Prozente zu verschieben?
Dein Kuchen ist also so etwas wie deine Struktur für den Tag / de Woche. Er kann dir helfen dir zu Visualisieren, was du im Alltag brauchst und tun solltest, um erfüllter zu leben.

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Eine visuelle Version der Aufgabe als Template, direkt aus dem Arbeitsbuch gibts im Newsletter. Trage dich schnell ein!

Und während ich das schreibe, bin ich viel zu spät für meine Blogbeitrag Routine.
Denn ich brauchte eben einmal die Zeit um «Nichts» zu tun 😊

Wie sieht dein Alltag aus? Hast du feste Routinen? Gefallen sie dir?
Wie sieh dein Kuchen aus? Welche Stücke magst du am liebsten?
Erzähle mir von deinen Strukturen!
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