Reiki, Wissenschaft und Glaube

Reiki, Wissenschaft und Glaube

Es gibt keine wissenschaftlichen Studien oder Beweise, dass Reiki (oder andere Energiearbeit) tatsächlich ‚funktioniert‘. Dennoch gibt es viele Menschen, Praktizierende und Klienten, die davon überzeugt sind, dass sich ihr Leben zum besseren gewandt hat, seid sie Reiki praktizieren und nutzen.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der es wichtig ist, Dinge auf eine empirische, wissenschaftliche Art beweisen zu können. Es bewahrt uns vor ‚fake news‘ und Quacksalbern, und das ist sicherlich auch nicht verwerflich. Trotzdem glaube ich, dass uns dieses Mindset „ich glaube nicht, was ich nicht sehen kann“ oft ganz schön im Weg steht, zu einem besseren Leben und einer höheren Version unserer Selbst.

Das wohl größte Problem, was ich hier sehe ist, dass der Mensch aufhört selbst zu ‚denken‘, seinen eigenen Verstand zu gebrauchen. Denn es geht um die Zusammenhänge, das Kombinieren und Integrieren, von Wissen, Erfahren und Glauben.
Die Wissenschaft und ihre empirischen Studien sind nämlich nur darauf ausgelegt einzelne Bestandteile zu untersuchen. Zusammenhänge sind zu komplex, zu variabel, um sie auf einen Faktor reduzieren zu können. Zusammenhänge sind somit nicht messbar, nicht belegbar und demnach ‚nicht existent‘.

Aber darum geht es im Leben, in der Natur. Es geht um die Kreisläufe, Zusammenhänge, ‚the Big Picture‘. Und das ist ein Konzept, dass sich nur langsam im wissenschaftlichen Raum etabliert.

Darum ‚glaube‘ ich auch in die spirituelle Sichtweise auf unsere Leben, genau wie ich der Psychologie, Physik und Biologie ‚glaube‘.
Und auch wenn der einzelne Faktor „Hände auflegen“ keinen messbaren Effekte bringt, so lässt sich trotzdem ganz nüchtern erklären warum Reiki einen positiven Effekt auf lebende Wesen hat.

Beginnen wir bei der Ursache des Problems:

Ein Mensch, der psychisch oder physisch nicht mehr das leistet, wozu er fähig wäre. Er ist ein Organismus, der kurz gesagt unter Stress leidet. Stress bedeutet im biologischen Sinn, dass diejenigen Körperfunktionen aktiviert sind (Sympathikus), die dafür sorgen, dass der Organismus dazu in der Lage ist Gefahr zu bekämpfen oder zu vermeiden: die Zellen werden aktiviert, ‚gestresst‘. ‚Die Gefahr‘ kann dabei alles sein: Den Bus verpassen, ein unangenehmes Meeting oder eben auch die eigenen Gedanken. Dann steigt der Blutdruck, der Puls wird schneller, die Pupillen weiten sich, die Verdauung wird abgebremst und die Blutversorgung begrenzt sich größtenteils auf die Skelettmuskeln (um zu flüchten oder zu kämpfen).

Photo by Dev Benjamin on Unsplash
Im Umkehrschluss heißt das: der Körper wird erschöpft. Es bleibt keine Energie für ‚weitsichtige Funktionen‘, wie zum Beispiel das Immunsystem.

Hält dieser Zustand zu lange an oder wiederholt er sich zu oft ohne Ruhepausen, kann der Organismus nicht anders als erkranken. Ob es nun eine Erkältung wird oder eine Autoimmunkrankheit, hängt vom Individuum und seiner komplexen Situation ab.
Die Heilung, die der Organismus dann braucht, ist vor allem Ruhe und Zeit. Dann aktiviert sich nämlich das gegensätzliche System des Körpers (Parasympathikus). Dieses System sorgt für das ‚Runterfahren‘ des Körpers. Der Blutdruck sinkt, Blutgefäße öffnen sich, die Verdauung wird angeregt und die Energie konzentriert sich auf das Wiederherstellen der Balance, des Immunsystems und somit der eigenen Selbstheilungsfähigkeiten.

Ganz schön schlaubi, wie die Natur das eingerichtet hat.

Nur schade, dass wir so unnatürlich leben, dass der ‚Sympathische Zustand‘ unseres Körpers zur Norm geworden ist. Kaum jemand hat weder Zeit noch Ruhe, um den Parasympathikus eine Chance zu geben.

Zum Glück sind seit ein paar Jahren Praktiken wie Meditation und Mindfullness groß im Kommen. Und tatsächlich, diese Techniken helfen uns zur Ruhe zu kommen und zu entspannen. Und noch besser: es gibt mittlerweile sogar wissenschaftliche Studien, die das Beweisen (was seit tausenden von Jahren schon längst anerkannt und praktiziert wird, verrückt wenn‘s doch funktioniert) (Quelle*1)

Beim Meditieren begibt man sich körperlich erste einmal in einen bewussten Ruhezustand (sitzend oder liegend). Dann trainiert man Stück für Stück abstand von seiner eigene Psyche, den Gedanken zu nehmen, bis man einen Punkt erreicht, an dem man losgelöst (von seinem Ich, den Gedanken) und völlig entspannt ist.
Das alles passiert intern, durch das eigene Vermögen des Geistes um sich auf ‚Entspannung‘ einzustellen.

Was in den Studien gemessen wurde, sind die Gehirnwellen während des Meditierens. Diese verändern sich, um den Körper von sympathisch auf parasympathisch umzuschalten.
Diese ‚simple Entspannung‘, kann also sehr wohl bei psychischen sowie physischen Problemen helfen und den Körper stimulieren, sich selbst zu heilen (s.o. Zeit und Ruhe für das Immunsystem, Entgiftung und viele interne Vorgänge des Körpers, die bei Stress ‚ausgeschaltet‘ werden.)

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Warum sollte das also nicht für Reiki gelten?

Bei einer Reiki Session wird der ‚Effekt‘ von Meditation sogar noch verstärkt. Es wird eine Atmosphäre kreiert, die in all ihren Aspekten beruhigend und entspannend wirkt.
Es erklingt entspannende Musik (Nachlesen Quelle*2, die Wirkung von Musik auf Köper & Psyche), du riechst sanfte ätherische Öle (Nachlesen Quelle*3 die Wirkung von Düften auf Köper & Psyche), du liegst auf einer bequemen Liege und darfst dich lösen und zur Ruhe kommen. Fast so wie, wenn man eine Massageraum betritt und sich auf die kommende Entspannung einstellt (Ergänzung*4 die Wirkung von Erwartung & Gedanken auf Körper & Psyche).

Was der Reiki Practitioner dann macht, ist seine Hände in gewissen Positionen über oder auf dir zu halten. Das hat auf verschiedenen Ebenen einen rein logischen und nachweisbaren Effekt auf die menschliche Psyche und den Körper:

Zum einen hat die Berührung einen positiven Effekt: „Die Wirkung der Berührung wird seit 15 Jahren am Touch Research Institut von Miami USA untersucht und man konnte folgendes feststellen. Bei Alzheimerpatienten hat sich die Gedächtnisleistung durch die regelmäßige Berührung erhöht. Frühgeborene wachsen schneller und legen besser an Gewicht zu, wenn sie viel Berührung bekommen. Allgemein stellt man weniger Ängste fest und eine bessere Funktion der Haut und anderer Gewebe. Berührung beeinflusst unsern Hormonhaushalt und verbessert die Funktion praktisch aller lebenswichtigen Körpersysteme wie Atmung, Kreislauf, Verdauung, Ausscheidung, Immunsystem usw. und wirkt auch positiv bei Depressionen und chronischen Schmerzen.“ (DIE BERÜHRUNG UND IHRE BEDEUTUNG IN DER CRANIOSACRALEN OSTEOPATHIE, Diplomarbeit von Monika Gisler Schule für Craniosacrale Osteopathie, Rudolf Merkel Diplomabschluss 2015)

Und ganz abgesehen von wissenschaftlichen Untersuchungen, entspricht es auch dem eigenem empfinden, dass uns Berührung und Aufmerksamkeit in einer positiven, entspannten Atmosphäre sehr gut tut, im Vergleich zu unserem hektischen und distanzierten Alltag.

Zum anderen sind wir mit diesen wundersamen Spiegelneuronen ausgestattet, die dafür sorgen, dass wir uns gegenseitig ‚spiegeln‘. Das bedeutet, dass die Emotionen bei anderen allein durch das Wahrnehmen auch bei uns selbst ausgelöst werden („Ein Lächeln ist ansteckend.“). Das passiert nicht nur als oberflächliche ‚Kopie‘, sondern wir erfahren die Emotionen genau so, als wären wir selbst Teilnehmer der Situation. Das kann verschiedene Effekte haben. Wenn wir uns in Kontakt begeben mit einer Person, die entspannt, ausgeglichen, gutmütig und wohlwollend ist, so kann das automatisch gleiche Gefühle in uns auslösen, oder eben umgekehrt, wirken sich stressvolle Situationen, Atmosphären und Menschen auch negativ auf unsere Systeme aus.

Und zum Schluss eine bisher noch nicht nachweisbare Wirkung, die noch etwas weiter geht als die Spiegelneuronen: elektro-magnetische Übertragung zwischen Practitioner, Klient und Umgebung – für mich übersetzbar als ‚Energiearbeit‘. Forschung zu diesem Thema gehören der Komplementärmedizin an, was die Einen noch stets als Humbug aberkennt, Andere jedoch bereits erfolgreich in Therapien und kombiniert mit der Schulmedizin, einsetzen. Zum Beispiel wurde bereits vor 40 Jahren die Methode des ‚Therapeutic Touch (TT)‘ an der New Yorker Universität erforscht und wird seitdem auch in den USA regelmäßig im Krankenhausalltag eingesetzt. Grundsätzlich besagt diese Theorie, dass der Mensch (und alle anderen Lebewesen) von einem Elektro-magnetischen Energiefeld umgeben sind, das ständig im Austausch mit der Umwelt steht. So lässt sich dieses also auch bewusst beeinflussen. Diese Theorie ist an sich nichts neues im asiatisch-indischen Raum und lässt sich sehr gut mit den alten Praktiken und Theorien ergänzen.

Reiki entstammt ebenso einer jahrtausendalten Überlieferung aus Japan, dem im beginn des 20. Jahrhunderts durch Usui Mikao neues Leben eingehaucht wurde. Beim Reiki spricht man vom Ki, der universellen Lebensenergie (Chi im China und Prana in Indien). Diese fließt durch alles und jeden hindurch und ist unendlich in uns, um uns, und im Universum vorhanden. Der Reiki Practitioner ist dazu fähig diese Energie zu bündeln und durch sich hindurch zu leiten. So gelangt sie gezielt zu Menschen Tiere, Pflanzen, oder was auch immer (lebendes) von dieser Energie profitieren soll. Die Energie ist dabei selbstleitend und balanciert und ergänzt dort, wo sie gebraucht wird.

Photo by Yoann Boyer on Unsplash

Was auch immer man glauben mag und inwieweit ein jeder Wissenschaft und Spiritualität miteinander verbinden kann, für mich ist es mehr als eindeutig, dass Reiki definitiv positive Effekte auf Körper und Psyche hat. Eine Reiki Session ist friedvoll, entspannend und ausgleichend. Dieser Zustand macht Selbstheilung möglich. Inwiefern und auf welchen Ebenen, das von einem Individuum wahrgenommen wird, hängt sehr stark mit komplexen Vorgängen im Körper und Psyche zusammen und lässt sich darum weder pauschal ausdrücken noch empirisch nachweisen.

Wer aber unter (ständigem) körperlichen und/oder psychischen Stress steht und eventuell sogar schon chronische Symptome oder Immunschwächen entwickelt hat, und dies gerne ändern möchte, darf sich gerne intensiver mit komplementären Verfahren, Techniken und auch dem Wissen darüber auseinandersetzen, ohne gleich durch die wissenschaftliche Brille zu urteilen.

Alles, was wir noch nicht wissen, ist demnach noch möglich und ich halte es für töricht dies auszuschließen.

Das beweist auch die Geschichte der Wissenschaft, in der immer wieder neue Entdeckungen viel Zeit brauchten, um wirklich Anklang in der Gesellschaft zu finden.

Zurückblickend wird das Bild unseres Wissens stehts klarer, alte Traditionen und Praktiken erhalten ihren Wert und Annahme.

Wir sind Teil dieser Natur, seit Millionen von Jahren, warum sollten wir dies nicht nutzen können, warum sollten wir nicht an sie glauben?

Im Training und Counseling für Mensch & Tier mache ich gerne gebrauch von der universellen Energie die uns alle umgibt. Als zertifizierter Reiki Practitioner erfahre ich immer wieder die heilsame Wirkung dieser elementären, natürlichen, uns alle innewohnenden Kraft.

Möchtest du mehr darüber erfahren? Sprich mich gerne an.

Unter * habe ich einzelne deutschsprachige Quellen und Ergänzungen aufgeführt, was nicht dem Umfang einer richtigen wissenschaftliche Arbeit entspricht aber ausreicht für dieses Format und eigene Untersuchung möglich macht.

 

*1. Neurobiologische Effekte von Meditation und Achtsamkeit lassen sich im Gehirn im Bereich funktioneller, aber auch struktureller Veränderungen von grauer und weißer Substanz nachweisen, insbesondere in Arealen, die mit Aufmerksamkeit und Gedächtnis, Interozeption und sensorischer Verarbeitung sowie mit der Selbst- und Autoregulation (inkl. der Kontrolle von Stress und Emotionen) zusammenhängen. Die neuronalen Wirkmechanismen der Achtsamkeit lassen sich systematisch daher in vier Bereiche einteilen: Aufmerksamkeitsregulation, Körpergewahrsein, Emotionsregulation und Selbstwahrnehmung. Auf neuroendokriner Ebene ist eine Beteiligung von Dopamin und Melatonin (Erhöhung), Serotonin (Modulation) sowie von Cortisol und Norepinephrin (Erniedrigung) nachgewiesen. Schlussfolgerungen: Die Befunde sind für die Medizin und das Gesundheitswesen interessant, auch vor dem Hintergrund von therapeutischen Verhaltens- und Lebensstilmodifikationen, im Stressmanagement und insbesondere in der Suchtbehandlung. (Die neuronale Basis von Meditation und Achtsamkeit Tobias Esch Onlineveröffentlichung: Februar 14, 2014 https://doi.org/10.1024/0939-5911.a000288)

 

* 2. Musik spielt im Leben eines jeden Menschen nicht nur eine wichtige Rolle, sondern hat auch Effekte auf Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität und auf andere physiologische Parameter. […] Die besten M-Effekte sind durch klassische oder meditative M zu erreichen, […]. (Musik und Gesundheit, Musik-, Tanz- und Kunsttherapie (2010), 21, pp. 1-6. https://doi.org/10.1026/0933-6885/a000007. © 2010 Hogrefe Verlag.)

 

*3. In den letzten Jahren haben sich jedoch Studien, die ein definiertes Geruchstraining anwenden, nicht nur als wirksam bei der Wiederherstellung der Geruchsfunktion erwiesen, sondern auch zur Milderung von Symptomen der Depression und zur Verbesserung des emotionalen Wohlbefindens sowie der kognitiven Funktionen [6]. Effekte von Gerüchen bei Depressionen wurden auch von Komori et al. [7] und Machado et al. [8] beobachtet, die berichteten, dass Gerüche genauso wirksam sind wie Antidepressiva. Darüber hinaus führen angenehme Gerüche zu reduziertem Angstverhalten und verlangsamtem Fluchtreflex [9]. (Mit Düften gegen Schmerzen Seminar / Schmerz — _Autoren: G. Goßrau, A. Hähner, Fortschr Med. 2020; 162 (S1))

 

*4. Unser Gehirn macht beim Abrufen von Emotionen keinen Unterschied ob die Erfahrung tatsächlich gerade stattfindet oder ob es eine hervorgerufene Erinnerung ist. Wenn du also bereits positive Erfahrungen mit Entspannung und einer Massage gemach hast, wurden zu dem Zeitpunkt Wohlfühl- und Glückshormone ausgeschüttet. Genau das passiert auch, wenn du zurück an die Erfahrung denkst oder kurz davor stehst sie noch einmal zu erleben: Die sogenannte Vorfreude.

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